logo

Wie finden Mitfahrer und die zur Mitnahme bereite Person (Karten-InhaberIn) zueinander?

Zunächst sollten wir uns kurz in die Lage derer versetzen, die auf eine Entlastung bei den Fahrkosten dringend angewiesen sind. Auch unsere Kampagne kann ihnen nur begrenzt helfen, denn eine Mitnahme ist für die Betroffenen ja in keiner Weise planbar und werktags zudem nur in engen zeitlichen Grenzen erlaubt. Eben erst ab 19 Uhr. Und es ergeben sich automatisch Anschluss-Fragen: Wie wird das dann mit der Rückfahrt klappen? Werde ich da auch wieder einen freundlichen Fahrgast an der Haltestelle finden? Usw.

Solche und ähnliche Gedanken werden viele wälzen, für die die Kampagne eigentlich gedacht ist.

Vielleicht kommt auch noch eine gewisse Scheu hinzu, jemandem anzusprechen. Um so mehr kommt es darauf an, dass diejenigen, die bereit sind, jemanden auf ihrer Monatskarte mitzunehmen, sich klar zu erkennen geben und den ROTEN BUTTON deutlich sichtbar, außen am Mantel bzw. an der Jacke befestigt, tragen. Wird das Kleidungsstück gewechselt, weil anderes Wetter angesagt ist, unbedingt daran denken, auch den Button an die neue Garderobe umzustecken!

Mit dem Tragen des ROTEN BUTTONS signalisiere ich möglichen InteressentInnen: Ich habe eine entsprechende Monatskarte und kann jemanden mitnehmen. Sprich / sprechen Sie mich an!

Wie geht’s dann weiter, wie kommt die eigentliche Verständigung zustande?

In der Regel dürfte der/die Button-Träger(in) an der Haltestelle vom Interessenten angesprochen und wegen einer Mitnahme gefragt werden. Bzw. auch am Zugang zu einer der U-Bahn-Haltestellen oder in/vor einem der DB-Bahnhöfe. Passen Fahrziel, Strecke und Abfahrzeit zusammen, kommt eine Vereinbarung zustande.

Unter normalen Umständen wirst Du einer Mitnahme nur dann zustimmen, wenn es in Deine „Reisepläne“ passt. Aber das bleibt natürlich Dir überlassen.

Es bleibt dem/der Träger(in) des Buttons zudem unbenommen, eine Mitnahme auszuschlagen – etwa wenn ihm/ihr die Person, von der er/sie angesprochen wurde, nicht ganz geheuer ist oder weil ihm/ihr gerade nicht danach zumute ist, sich auf jemanden Fremden einzulassen. Wenn Dir das allerdings häufiger passiert, solltest Du überlegen, ob es wirklich Sinn macht, den ROTEN BUTTON zu tragen.

Die Verabredung sollte möglichst bereits vor Antritt der Fahrt, also vor Besteigen der Bahn bzw. des Busses, erfolgen. Im Einzelfall kann sie aber auch erst während der Fahrt zustande kommen, denn es gibt ja immer wieder Menschen, die mangels Kohle das Risiko des Schwarzfahrens eingehen. Und dann vielleicht froh sind, jemanden mit ROTEN BUTTON im Fahrzeug zu entdecken.

Wichtig ist im letztgenannten Fall, dass sich die beiden Seiten vor einem eventuellen Eingreifen von Kontrolleuren auf die Mitnahme (und die gemeinsame Wegstrecke) verständigen. Denn die Erfahrung zeigt, dass sich Kontrolleure i.a.R. nicht auf spontane Mitnahmebekundungen anderer Fahrgäste einlassen, sobald sie jemanden bereits als – absichtliche oder auch versehentliche - Schwarzfahrer(in) ausgemacht haben.

Aktivere MitstreiterInnen mit eigener Monatskarte können natürlich gerne auch von sich aus tätig werden und beispielsweise jemanden ansprechen, der/die gerade im Begriff ist, eine Fahrkarte zu lösen. Ungefähr so: Wo willst Du / wo wollen Sie hin? Ich kann Sie / Dich möglicherweise auf meiner Karte mitnehmen, ohne dass Sie / Du was dazuzahlen müssen / musst.

Button-TrägerInnen sollten auf jeden Fall die VRR-Mitnahmeregelungen im Kopf haben, um sich nicht selbst in Schwierigkeiten zu bringen (s. hierzu „Ticket-Infos“). Eines sei hier aber noch einmal wiederholt: Es ist völlig unerheblich, ob Du die Person(en), die Du mitnimmst, schon länger kennst oder nicht. Du musst für den Kontrolleur nicht mal den Namen des/der Mitfahrer(in) parat haben! Im Zweifelsfall eine Zufallsbekanntschaft, gerade erst zustande gekommen.

Aus einzelnen Mitnahmen können u.U. auch dauerhafte Fahrgemeinschaften entstehen. Erst recht wäre so was wie organisiertes Ticket-Sharing eine weiterentwickelte Form der Selbsthilfe, aber das ist vielleicht schon etwas weit in die Zukunft gedacht.

Vielleicht noch ein paar letzte Bemerkungen:

Wenn Du immer „auf den letzten Drücker“ zur Bahn / zum Bus gerannt kommst, kann natürlich auch schlecht ein Kontakt zustande kommen.

Im übrigen brauchen wir alle viel Geduld. Es kann unter Umständen, abhängig vor vielen Zufälligkeiten - u.a. auch von Deinen Fahrgewohnheiten und den von Dir benutzten Strecken, einige Wochen oder gar Monate dauern, bis Du das erste Mal wegen einer konkreten Mitnahme angesprochen wirst. Vorher bist Du vielleicht schon ein halb Dutzend mal – oder mehr - darauf angesprochen worden, was Dein roter Button bedeutet. Auch das muss sein, und ist gut, denn Du bist nebenbei ja auch ein (Mit-) Werbeträger für unsere gemeinsame Kampagne.

Auf jeden Fall winken Dir / Euch neue Bekanntschaften, winken lockere und unverbindliche Reisegespräche mit jemanden, mit dem Du unter anderen Umständen vielleicht nie in Kontakt gekommen wärst. Ist das nicht Anreiz genug, bei der Kampagne mitzumachen? Und es stellt sich mit Sicherheit ein gutes Gefühl ein, wenn es das erste Mal mit einer Mitnahme geklappt hat und Du damit jemanden geholfen hast, sein Ziel zu erreichen, ohne sich auf das Risiko des Schwarzfahrens oder auf lange Fußmärsche durch Wind und Wetter einlassen zu müssen.

Jede(r) BesitzerIn eines „Ticket2000“, „Ticket1000“, Semester-, Firmen- oder Bärentickets ist berechtigt, an Werktagen nach 19 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen ganztägig eine oder mehrere Personen kostenlos mitzunehmen.

Buttontraeger

Mit dem roten Button zeige ich:

  • Ich kann eine weitere Person in Bus und Bahn mitnehmen!
  • Jeder Mensch hat das Recht auf Mobilität!
  • Ich bin für ein echtes Sozialticket für maximal
    15 Euro!